Dominik KuhnDominik KuhnDominik Kuhn

 
 
 
 

Seit dem 01.01.2010 gibt's Bad News für alle, die mich als Viral-Berater haben wollen. Ich mach's nämlich (nach meiner Rückehr) nur noch in Form von Vorlesungen an Hochschulen und Vorträgen bei ausgewählten Panels. Die Gründe für diese Entscheidung sind vielfältig, aber in erster Linie hat's was damit zu tun, dass mir schnell langweilig wird und ich mich gerne regelmäßig verändere. Und dass ich mal Platz für ein paar Herzensprojekte in meinem Leben schaffen musste. Wer die Muße hat, über diese meine Lebenshaltung mehr zu lesen, der möge das hier tun.

Wie Sie mich zu einer Vorlesung kriegen, das können Sie weiter unten nachlesen, bzw. ich stelle gerne Kontakte zu brillanten Kollegen her, aber zunächst werde ich Sie hier noch bisschen über meine Sichtweise von Viralwerbung (oder "Virales Marketing", wie es fälschlicherweise heißt), vollschwafeln:

Virales Werben heißt vereinfacht gesagt, sich die neuropsychologischen und gesellschaftlichen Mechanismen zunutze zu machen, auf denen auch die Mund-zu-Mund-Propaganda beruht (Werberdeutsch "Word of Mouth Marketing") und sie auf die Möglichkeiten zu übertragen, die unsere Internet-verkabelte Welt bietet. Der Unterschied zwischen klassischer Werbung und Viralwerbung sollte dabei im Idealfall sein, dass sich Viralwerbung von selbst verbreitet, also keine Media benötigt. Die Werbebotschaft steckt dabei in irgendeinem viralen Medium - also in einem Film, einer Audiodatei, einer Website, einer Bilddatei und so weiter.

Und ab hier ranken sich allerhand Legenden um die "richtige" Gestaltung einer Viralkampagne. Ja, es mag ein paar Regeln kreativer und strategischer Natur geben, die einer gewünschten viralen Verbreitung der Werbebotschaft Rechnung tragen. Aber sie sind keine Geheimwaffen.

Viral werben heißt mehr, als einen lustigen Film produzieren und ihn ins Internet stellen. Viral werben heißt, den Begriff "Virus" über Bord zu schmeißen und zu erkennen, dass man den Verbraucher nicht einfach als immunschwachen Krankheitsträger betrachten darf, sondern dass man mit ihm interagieren muss. Nur wer seine Kunden als gleichwertigen Gesprächspartner betrachtet, kann auf eine nachhaltige Wirkung der eigenen Werbung hoffen. Denn der Konsument von heute ist keine kommunikative Einbahnstraße mehr; dank Social Networking & Co. kann er deutlich hörbar zurücksprechen - und Sie in die Pfanne hauen, wenn Sie ihn nicht ernst nehmen.

Ergo: Bad News. Viralwerbung ist NICHT das billige, schnelle Allheilmittel, als das es von vielen Werbe-Scharlatanen so gerne verkauft wird. Viralwerbung ist in Wirklichkeit ein wenig unbequem - bringt aber äußerst lohnende Ergebnisse, wenn man sich die Mühe machen möchte.

Ich beschäftige mich seit etwas mehr als sieben Jahren mit dem Thema und habe durch frühzeitiges Trial-and-Error (viel Error, das sag' ich Ihnen) und die Zusammenarbeit mit einigen brillanten Kollegen konstant dazugelernt. Eine Visitenkarte habe ich mir versehentlich mit meiner schwäbischen Synchron-Glosse "Virales Marketing im Todesstern Stuttgart" geschaffen, nach der mein Wirken im Untergrund 2007 schnell an die Oberfläche gelangte.

 
 
 
 
 
 
 

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